Sizilianisches Lexikon - Von Flora und Fauna bis Francavilla di Sicilia

Sizilianisches Lexikon, für die Reise und den Wissenshunger

Flora und Fauna. Das heutige Vegetationsbild ist durch die kultivierung geprägt. Die meisten Pflanzen sind von den verschiedenen Völkern die über Sizilien herrschten, heimisch gemacht worden. Phönizier und Griechen brachten Oliven, Feigen, Granatäpfel, Araber Zitronen, Bitterorangen, Datteln, Maulbeeren, Baumwolle, Johannisbrotbaum, Zuckerrohr und Papyrus; nach der Entdeckung Amerikas kamen Agav Opuntien (Feigenkakteen), Toma und Tabak nach Sizilien. Durch starken Rodungen im Laufe der Jahrhunderte, um Schiffsholz und Ackerland zu gewinnen, sind die Wälder fast verschwunden. Heute bemüht man sich um Wiederaufforstung mit Pinien und Eukalyptus, der erst Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde. An der Süd- und Westküste gibt es bis in eine Höhe von 300 Metern eine Gestrüppzone, die Garriga, in der inzwischen Opuntien, Agaven und Johannisbrotbäume wachsen. An der Nordküste gediehen bis in eine Höhe von 600 Metern einst die Steineichen; heute werden fast ausschließlich Zitrusfrüchte angebaut. In den höherer Gebieten, den einstigen Wäldern wächst heute Getreide. Den früherer Wildtieren Bär, Hirsch und Wolf wurde durch die starke Kultivierung der natürliche Lebensraum entzogen bis sie schließlich vollends den Nutztieren weichen mußten. Selten geworden sind Fuchs, Hase und Wildkatze, sehr bedroht die Bestände vor Adler, Geier, Meeresschildkröte und Seehund. Thun- und Schwertfische sind nahezu ausgerottet. Im Ätna-Naturpark (und in weiteren Projekten) soll die von Kultur und Industrie bedrohte Flora und Fauna geschützt werden.

Francavilla di Sicilia ist eine Gemeinde in der Provinz Messina in der Region Sizilien in Italien. Francavilla di Sicilia liegt nördlich des Ätnas und ca. 50 km südlich der Provinzhauptstadt Messina im Alcantara-Tal. Die nächsten größeren Orte sind die Touristenhochburg Taormina, ca. 15 km weiter östlich an der Küste gelegen, und Randazzo, ca. 15 km weiter westlich im Landesinneren. Hier wohnen 4218 Einwohner (Stand am 31. Dezember 2005) die hauptsächlich in der Landwirtschaft arbeiten. Die Nachbargemeinden sind: Antillo, Castiglione di Sicilia (CT), Fondachelli-Fantina, Malvagna, Montalbano Elicona, Motta Camastra, Novara di Sicilia und Tripi. Auf dem Gebiet der Ortschaft wurden bei Ausgrabungen Gegenstände gefunden, die bis in das 5. Jahrhundert vor Christus zurückführen. Im Jahre 1092 wurde das Kloster San Salvatore di Placa gebaut, in dessen Umfeld bildete sich der heutige Ort.